Übergabe der Zeitkapseln ans Stadtarchiv

„Sie werden damit zu einer besonderen Stimme der Stadt.“ Mit diesen bewusst bedeutungsschwer gewählten Worten richtete sich PD Dr. Margit Theis-Scholz, Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz an die anwesenden Befüller*innen der Zeitkapseln, die diese am 16. Dezember für die nächsten acht Jahre in die Obhut des Koblenzer Stadtarchivs übergaben. Theis-Scholz zeigte sich erfreut über die aktive Beteiligung am Projekt. „Wir haben mit unserem Konzept ein möglichst repräsentatives Bild der Stadtgesellschaft einfangen wollen. Das ist uns gelungen“, was sich auch an den persönlich gestalteten Zeitkapseln zeige. Insgesamt dreizehn aktive und ehemalige Funktionär*innen Koblenzer Institutionen haben sich bereiterklärt, bei dem Projekt mitzuwirken. Ziel ist es, ein möglichst diverses Spektrum von Koblenzer*innen und deren Gedanken zur Koblenzer Demokratie abzubilden.

 

Demokratie als Gemeinschaftsaufgabe

 

Die Idee, die ursprünglich Martin Görlitz an die Stadt herangetragen hatte, wurde in diesem Jahr erstmals im Rahmen der durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ geförderten Partnerschaft für Demokratie Koblenz als Kooperationsprojekt mit der Universität Koblenz-Landau durchgeführt. Die Repräsentant*innen der verschiedenen Gruppen setzten sich dabei mit einem festen Fragenkatalog auseinander, der zum Reflektieren der eigenen demokratischen Strukturen und Prozesse genauso einlud wie zu einem Blick ins Buga-Jahr 2029. Zudem konnten alle Teilnehmenden ein Objekt der Kiste beifügen, welches für sie Demokratie in Koblenz symbolisiert. „Es wird sehr spannend sein, nach acht Jahren zu erfahren, wie 2021 über demokratiespezifische Themen nachgedacht wurde“ so Theis-Scholz mit Blick in die Zukunft. Welche Einstellungen, welche Meinungen wurden geäußert? Für manche werde auch der persönliche Vergleich der eigenen Gedanken mit denen von vor acht Jahren interessant.

 

Neben den physischen Zeitkapseln in Form kleiner Holzkisten sind auch filmische Dokumente entstanden, die bereits jetzt über Social-Media-Kanäle verbreitet wurden. Professor Michael Klemm vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau hob das demokratiefördernde Element des Projekts hervor. Es gehe darum kritisch auf die Gegenwart zu blicken und daraus Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Demokratie sei und bleibe eine Gemeinschaftsaufgabe.

 

Für die Studierenden eine spannende Herausforderung, die sich für sie selbst in Gänze auch erst in der Entwicklung des Projekts zeigte, und das alles unter pandemiebedingt schwierigen Rahmenbedingungen. Geöffnet werden sollen die Kapseln im Rahmen der Bundesgartenschau 2029. Dafür sind heute noch viele Fragen offen: Wer wird die Kisten öffnen, wer wird sie auswerten? Bevor die nun für acht Jahre verschlossenen Kapseln wiedergeöffnet werden, sollen noch weitere Zeitkapselprojekte initiiert werden. So kündigte Klemm für das nächste Jahr ein Buga-Projekt der Universität im Mittelrheintal an, und auch das Jubiläum 75 Jahre Rheinland-Pfalz soll im Zusammenhang mit den Zeitkapseln aufgegriffen werden. Denn, so Theis-Scholz abschließend: „Es ist wichtig, gerade in einer Zeit, in der alle durch die Pandemie erschöpft sind, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.“

 

Weitere Infos zum Zeitkapselprojekt unter https://www.demokratie-koblenz.de/zeitkapsel

 

+++ Bild: von links: Malena Enders, Paul Schiffgens, Jan Bernardy (Studierende und Projektgruppe der Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Michael Klemm (Universität Koblenz-Landau), Michaela Wolff (Stadtgrün Lützel), Dominik Schmidt (Stadtschüler:Innenvertretung Koblenz), Joachim Seuling (stv. Behindertenbeauftragter der Stadt Koblenz), Prof. Dr. Heinz-Günther Borck (Seniorenbeirat Koblenz), Manfred Beuth (Soziales Netzwerk Koblenz e.V.), Katrin Grüdelbach (Asta der Uni Koblenz), Michael Koelges (Stadtarchiv Koblenz), PD Dr. Margit Theis-Scholz (Dezernentin für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz). Foto: Stadtverwaltung Koblenz +++

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Veröffentlichung

Fr, 17. Dezember 2021

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